Haftraumtüren Polizeistation Ahaus

 
 

 

Sehr robust gegen „mechanische Einwirkungen“, schnell zu verriegeln, mit einer Durchreiche und der Möglichkeit, von außen in die gesamte Zelle schauen zu können – das Anforderungsprofil an eine Zellentür ist ziemlich komplex. Die neu gebaute Polizeistation in Ahaus (Nordrhein-West­falen) zeigt, wie solch hohe Ansprüche erfüllt werden. Seit Sommer 2014 hat die 40.000-Seelen-Gemeinde Ahaus an der deutsch-niederländischen Grenze eine neue Polizeistation. Der dreistöckige Klinkerbau ist nicht nur Dienstsitz, sondern beherbergt auch Arrestzellen – und damit Räume, die nicht alltägliche Anforderungen an die Türen stellen: Zunächst müs­sen die Bauelemente äußerst robust sein. Daher ist auch die Beschlagtechnik aus widerstandsfähigem Edelstahl gefert­igt. Als Schutz vor dem plötzlichen Aufstoßen dient eine Siche­rungskette, außerdem gehört ein Schnellverschluss mit Schub­riegel zur Ausstattung. Damit ist sichergestellt, dass die Zelle bei einem Ausbruchversuch des Inhaftierten schnellst­möglich wieder verriegelt werden kann. Öffnen und Schließen der Türen erfolgt über einen Knauf.

Wichtig ist zudem, in die Zelle schauen zu können. Anstelle von aufwändiger Videotechnik ist in Ahaus dazu ein Spion in das Türblatt integriert. Die Wärter haben so einen 175-Grad-Einblick in die Zellen. Für die Fälle, in denen die Tür überhaupt nicht geöffnet werden soll und die inhaftierte Person dennoch ver­sorgt werden muss, ist die „Kommunikationsklappe“ gedacht: Sie öffnet 90 Grad. So kann auf der Klappe auch etwas abge­stellt werden (z.B. Tablett mit Medikamenten). Der flächen­bündige Einbau beugt Verletzungen (auf beiden Seiten) vor. Sicherheit ist aber nicht nur für die Zellen gefragt. Bei einer Polizei-Dienststelle liegt es in der Natur der Sache, dass besonders schützenswerte Trakte mit hohem Sicherheitsniveau vor unbefugtem Zutritt zu bewahren sind. Dazu zählt der Zu­gang zum Zellentrakt. In Ahaus kommen dort Sicherheitstüren der Widerstandsklasse RC 3 zum Einsatz. Der Durchgang ist als Schleuse angelegt, elektrische Türöffner geben die einzel­nen Türen Zug um Zug frei. Damit ist auch dieser Stations-Teil kaum zu überwinden – wenn es nicht erlaubt ist.

Planung mit Service vom Systempartner
Für die Planung und den Einbau aller Türen arbeiteten die Projektverantwortlichen eng mit dem Hersteller Teckentrup zu­sammen. Der Service umfasste die Beratung bei Technik und Funktion sowie Unterstützung bei Aufmaß und Montage. Das zahlte sich gerade beim Einbau der Sicherheitstüren aus. „Der Einbau einer Zellentür erfordert weit mehr Know-how als das Montieren konventioneller Türen. Da vereinfacht es die Prozes­se, wenn der Systemgeber beim Einbau vor Ort ist“, berichtet Gerald Riepenhoff, der als Türen-Experte von Teckentrup das Projekt betreute. Wo die Sicherheit nicht so hohe Anforderungen stellte, kommen unter anderem Mehrzwecktüren (Teckentrup dw 62-2) zum Einsatz. „Durch diese Wahl ließ sich ein einheitliches Design-Konzept umsetzen. Vom Eingang bis zum Zellentrakt sind die Türen daher nicht nur funktional, sondern auch optisch aus einem Guss“, resümiert Riepenhoff.