Belebte Industriebrache
„John & Will“ – so heißt das Hotel, benannt nach den beiden Gründern der berühmten Cornflakes-Marke, John und Will Kellogg. Die Gebäudehülle und das Logo auf dem Dach sind bis heute erhalten. Die Herausforderung, auf der Überseeinsel in Bremen das ehemalige Silo in ein modernes Hotel und eine lange leerstehende Industriebrache in ein neues, belebtes und zudem zentrumsnahes Quartier zu verwandeln, war groß.
Heute erfüllt das Silo einen ganz neuen Zweck und beherbergt in seinen 117 Zimmern jede Nacht Menschen von Fern und Nah. Der Vibe seiner Vergangenheit als Getreidespeicher ist dennoch bis heute fast an jeder Stelle des Hotels spürbar. Nicht zuletzt die markante Zimmerform macht die „Stuuv“, wie die Zimmer hier liebevoll auf Plattdeutsch genannt werden, zu etwas ganz Besonderem: Die durch die Außenmauern des Silos bedingte halbrunde Form der Zimmer und die Wände aus grobem Industriebeton, die sich aus der ursprünglichen Architektur des Silos ergeben, verleihen den Zimmern einen einzigartigen Charme. Die Architektur des Hotels erinnert dabei nicht nur an die industrielle Vergangenheit des Standorts, sondern setzt auch Akzente für die Zukunft: „Wir wollten zeigen, dass durchdachte Architektur zur Aufwertung und Belebung eines ganzen Quartiers beitragen kann. Das beginnt im Großen und reicht bis in Details. Wir haben beispielsweise auch Teile des aus dem Silo entfernten Betons gelagert. Wenn das Quartier einmal fertig ist, können wir einige Blöcke nutzen, um daraus zum Beispiel Tische oder Bänke zu bauen,“ erläutert Babette Kierchhoff, Geschäftsführerin der John & Will Betriebsgesellschaft GmbH, das Konzept der Überseeinsel.
Nachhaltiges Konzept
Angefangen beim Erhalt der Grundstruktur des Silos, über die Weiterverwendung des entfernten Betons und der Weiternutzung von bereits anderweitig benutzten Möbelstücken: die Überseeinsel insgesamt und das Hotel im Einzelnen stellen die verwendeten Materialien auf den Prüfstand. Auch das Energiemanagement ist auf nachhaltige Energiequellen ausgerichtet: Mit modernen Wärmepumpen, der Nutzung von Wasser aus der Weser zum Kühlen und Heizen, sowie Photovoltaikanlagen und Windenergie soll das Hotel möglichst autark betrieben werden. Selbst das Fitnessstudio des Hotels setzt auf reine Muskelkraft – alle Geräte sind aus Holz und werden zu 100 Prozent durch menschliche Bewegung betrieben. Dazu passt auch die Auswahl der Türen. Die im Foyer des Hotels eingesetzten Rohrrahmentüren sind Teil des Brandschutzkonzepts des Hotels. Sie sind Cradle to Cradle zertifiziert und ermöglichen bei Nutzungsänderungen eine flexible nachträgliche Umrüstung der Türen. Teckentrup ist zwar in erster Linie für BrandschutztürenWas macht eine Feuerschutztür? aus Stahl bekannt, bietet aber seit einigen Jahren mit Rohrrahmentüren aus Aluminium und Glas gerade für Räume mit hohen ästhetischen Anforderungen eine designorientierte Alternative. Einzigartig ist dabei die falzoffene Profilgeometrie der Schüco FireStop Plattform, die den Nachhaltigkeitsansprüchen des Hotels vollkommen entspricht. Sie ermöglicht selbst Anpassungen im laufenden Betrieb, ohne dass die Zulassung beeinträchtigt wird, z. B. zusätzliche Kabel zur Elektrifizierung der Türen, den Tausch der Schlosstechnik oder die Nachrüstung von automatischen Bodendichtungen.
Für die Planung und Montage der technischen Türen war die Bremer Firma P.R. Bauelemente verantwortlich: „Das Silo-Hotel war eines der einzigartigsten und spannendsten Projekte, die ich in der Vergangenheit begleiten durfte. Es handelt sich hier um ein Sanierungsobjekt. Solche Projekte bringen in der Regel große Herausforderungen mit sich. Das beginnt schon beim Aufmaß. Ich bin hier zwei- bis dreimal hingekommen und habe nochmal geprüft, ob auch alles so umgesetzt und bestellt werden kann wie geplant. Manches zeigt sich nicht auf den ersten Blick. Umso wichtiger ist es, einen verlässlichen Sparringspartner und Hersteller an der Seite zu haben. Da können wir uns nun seit über zwanzig Jahren von der frühen Planungsphase mit intensiven Gesprächen und gemeinsamen Besichtigungen bis zum Abschluss voll und ganz auf Teckentrup verlassen. Geht nicht, gab‘s bei dem Projekt nicht.“ resümiert Sandra Gronau, Projektleiterin bei P.R. Bauelemente das Projekt.
Auf der Suche nach der individuellen Lösung
„Abbruch war hier nie ein Thema, es ging von Anfang an um die Nachnutzung des Kellog-Areals. Der Charme des alten Gebäudes bringt jedoch gleichzeitig die Herausforderung mit sich, sehr viele individuelle Lösungen finden zu müssen. Man muss immer den Zustand des Gebäudes im Blick behalten“, führt Babette Kierchhoff weiter aus. Die architektonischen Gegebenheiten des Silos erforderten daher auch eine Vielzahl baulicher Anpassungen. Teckentrup und seine Partner scheuen diese Herausforderungen nicht und suchen im Einzelfall nach einer Lösung, die gegebenenfalls von der Norm abweicht. Im Falle des ehemaligen Silos lag die Lösung in einer Zargenverbreiterung. Fast alle Türen sind mit Mischzargen ausgeführt, in diesem Fall Blockzargen auf der Bandseite und Eckzargen auf der Schlossseite. Das macht Teckentrup zu einem idealen Partner im Objektgeschäft.
Die gelungene Verbindung von revitalisierten historischen Bauten, wie den alten Lagerhäusern, mit innovativen Neubauten, wie den „Porthäusern“ am Europahafen, sind ein eindrückliches Beispiel dafür, wie aus fast schon abgeschriebenen Flächen ein einzigartiges städtebauliches Ensemble mit besonderem Flair entstehen kann. Diese Transformation ist beispielhaft für den Umgang europäischer Städte mit ehemals brachliegenden Hafenzonen, wie es in Rotterdam oder London vorgemacht wurde.
Steckbrief
Bauherr: Überseeinsel GmbH, Bremen
Architekt: Delugan Meissl Associated Architects, Wien
Beratung & Montage Türen: P.R. Bauelemente GmbH & Co. KG
Teckentrup Produkte: Rohrrahmentüren T30-FSA Firestop ADS FR 30, Stahltüren T30 FSA-62, T90 FSA-62, EI290-C5-S? 62, RS, dw 62
Nutzung: Hotel mit 117 Zimmern/Suiten, Gastronomie, Eventlocation
Eröffnung: August 2024





