Fertighaus

Fertighaus bauen: Preis, Kosten & Anbieter

Vom Fundament bis zum Dach in schweißtreibender Eigenarbeit – das klassische Massivhaus stellt Bauherren vor eine große Herausforderung. Um den Traum vom individuellen Eigenheim dennoch zu erfüllen, entscheiden sich viele für ein Fertighaus. Die Bausatz-Variante macht inzwischen ein Drittel der gesamten Neubauten in Deutschland aus – Tendenz steigend. Doch wie genau wird ein Fertighaus gebaut, welche Varianten gibt es und wie steht es um den Kosten- und Zeitfaktor des Bauvorhabens?

 

Was ist ein Fertighaus? 

Design aussuchen, Bauteile liefern und zusammensetzen lassen – das Prinzip hinter dem Projekt Fertighaus klingt simpel. Und das ist es in der Theorie auch: Zunächst entscheiden sich Bauherren, wie das Traumhaus am Ende aussehen soll. Dabei können sie bei vielen Fertighaus-Anbietern aus den ausgefallensten Designs und Elementen ihre favorisierte Variante zusammenstellen. Die Bausatz-Teile werden dann in einer Produktionshalle industriell und witterungsgeschützt gefertigt, zum Grundstück des Bauherrn geliefert und je nach Auftragsform in wenigen Tagen zusammengebaut. Die Bauteile in Form von Wand-, Deckenelementen werden auf einem Fundament aufgebaut. Je nach Bauvorhaben ist das entweder eine simple Bodenplatte oder aber eine Kellerdecke. Dies hängt von der Entscheidung des Bauherrn für oder gegen eine Unterkellerung, den finanziellen Mitteln, sowie dem benötigten Platz ab. Generell sollte man bedenken, dass eine Unterkellerung anders als das Austauschen oder Versetzen von Wandelementen nicht mehr rückgängig gemacht werden kann, weshalb die Wahl schon mit Beginn der groben Bauplanung getroffen werden sollte. Das meistgenutzte Material für den Bau eines Fertighauses ist Holz, wobei es auch die Möglichkeit gibt, ein Domizil aus Beton oder Leichtbeton zu errichten. Generell unterscheidet man zwischen drei Formen des Fertighauses, die jeweils eine mehr oder weniger ausgeprägte Stufe des Ausbaus beinhalten. So können Bauherren ein schlüsselfertiges Haus kaufen, das bezugsfertig ist und in welchem nur etwaige Arbeiten an den Wänden oder Böden zu leisten sind. Daneben gibt es die Variante des Bausatzhauses. Entscheidet man sich für diese Form, wird der Bausatz geliefert, aber nicht zusammengesetzt. Hier müssen die künftigen Eigentümer die Einzelteile eigenhändig zu ihrem Traumhaus zusammenfügen. Der Mittelweg zwischen der schlüsselfertigen und der Bausatz-Variante ist das Ausbauhaus. Im Falle dessen wird die witterungsbeständige „Hülle“ verbaut und nur der Innenausbau muss vom Bauherren übernommen werden. Die Ausbaustufen variieren in ihren Details von Anbieter zu Anbieter. So ist bei den einen die Haustechnik inklusive Anleitung für die Montage der Elemente für den Innenausbau vorhanden, bei anderen werden in der Ausbauhaus-Variante die Sanitärraume sowie Spachtelarbeiten und Innenfensterbänke übernommen, obgleich der Innenausbau den Eigentümern obliegt. Somit sind nicht nur die Designs der Fertighäuser variabel gestaltbar – auch das Bauvorhaben selbst können die künftigen Hausbesitzer ihren Möglichkeiten zur finanziellen und technischen Eigenleistung anpassen.

Wie wird ein Fertighaus gebaut?

Die Idee, ein Haus aus einzelnen Teilen zusammenzubauen, nahm bereits in den 1950er-Jahren Form an. Nach und nach entwickelte sich ein neuer Industriezweig, der sich auf die Anlieferung und den Bau von Fertighäusern spezialisierte. Waren es zunächst einheitliche Mustervarianten, die keinen Spielraum für Individualität boten, können Bauherren heute ein einzigartiges Eigenheim konzipieren und errichten lassen.

Sind die geschosshohen Wandelemente, Raumzellen sowie Dach- und Deckenteile zum Grundstück geliefert, beginnt die Baumaßnahme. Handelt es sich um eine Konstruktion aus Beton oder Leichtbeton, spricht man von der Massivbauweise. So werden jedoch nur etwa fünf Prozent der Fertighäuser gebaut. In diesem Fall werden die Wand- und Deckenelemente aus Betonstein, Leichtbeton oder Ziegeln vorgefertigt und endmontiert. Sowohl der Transport als auch der Aufbau gestalten sich komplizierter als bei der Leichtbauvariante, weshalb die Methode im Fertighaus-Segment weniger zum Einsatz kommt. Daher wählen die meisten Bauherren eine Variante aus Holz oder Stahl. Bei der Holzbauweise gibt es verschiedene Möglichkeiten, das Haus zu einem Ganzen zusammenzusetzen. Für die tragende Wandkonstruktion wird massives Nadelholz eingesetzt, um die größtmögliche Stabilität zu gewährleisten. Dabei werden zunächst die Holzrahmen mit Querstreben versetzt und mit Dämmmaterial aufgefüllt. Innen kommen dann Gipswerkstoffplatten zum Einsatz, während die Außenfassade mit stabilen Holzplatten verkleidet wird. Daneben gibt es Holzrahmen- sowie den Holztafelbau, bei denen keine Querstreben zur Stabilisierung der Rahmenkonstruktion nötig ist, da hier Holz- oder Gipswerkstoffplatten als Planken zum Einsatz kommen.

Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit, das Haus über die Ständerbauweise zu errichten, bei der senkrechte Balken als tragendes Gerüst fungieren. Je nachdem, ob es sich um ein Einfamilien- oder Reihenhaus handelt und wie viele Geschosse das Haus letztlich haben sollte, werden auch Verbunde aus Holz und Beton eingesetzt, um hohe Lasten zu tragen. Eine außergewöhnliche Bauvariante ist jene für Blockhäuser als Fertighausmodell. Blockhäuser werden meist von Herstellern aus Skandinavien oder Kanada angeboten. Hierbei werden Stämme oder Bohlen ineinander verzahnt, mit einer innenliegenden Dämmschicht geschützt und mit Holztafeln oder Gipswerkstoff abgedeckt.

Was ist der Unterschied zwischen einem schlüsselfertigen- und Ausbauhaus?

Am Anfang des Bauvorhabens stehen die künftigen Eigentümer vor der Frage: Wie viel kann ich als Bauherr in Eigenleistung erbringen?

Dies ist einerseits von der finanziellen Situation abhängig, denn je nach Ausbaustufe variieren auch die Kosten für ein Fertighaus. Andererseits sollte man sich die Frage stellen, welche Fähigkeiten man im Hausbau besitzt, wie viele Helfer zur Verfügung stehen und ob das fachliche Know-how etwa nur für den Innenausbau oder die Renovierungsarbeiten ausreichen – oder ob man es sich zutraut, die Bauteile für die Außenfassade von Beginn an eigenhändig zusammensetzen. Wer im Bau keine Erfahrungen vorweisen kann und auch im Umkreis der Familie und Bekannten keine Personen kennt, die sich mit einem solchen Vorhaben auskennen, kann im Fertighaus-Segment auf die einfachste Variante zugreifen: das schlüsselfertige Haus. Dies wird bezugsfertig errichtet, was bedeutet, dass der Fertighaus-Anbieter neben der Montage von Wand-, Decken-, und Dachelementen auch den Innenausbau inklusive Maler- und Tapezierarbeiten vornimmt. Nur wenige Ausstattungselemente können hier fehlen, wie zum Beispiel eine vollständige Küche oder Teppichböden. Diese müssen vom Bauherrn dann selbst eingebaut bzw. verlegt werden. Generell unterscheiden sich die Angebote zum schlüsselfertigen Haus, denn unter „schlüsselfertig“ verstehen einige Fertighaus-Firmen die Integration von Maler- und Tapezierarbeiten, bei anderen wiederum müssen die Böden und Wände vom Bauherrn selbst verarbeitet werden. Demnach heißt „schlüsselfertig“ nicht auch gleich „bezugsfertig“, worauf man im Angebot genau achten sollte. Im Gegensatz zum schlüsselfertigen Haus haben die künftigen Eigentümer des Domizils bei einem Ausbauhaus mehr Arbeit vor sich. Entscheiden sie sich für diese Variante des Fertighauses, müssen sie den Innenausbau in Eigenleistung erbringen. Die Böden, Fassaden, die Dämmung und das Dach werden vom Anbieter errichtet, sodass am Ende eine witterungsbeständige Außenhülle steht. Ferner werden die Fenster und Türen eingesetzt und bei einigen Anbietern sogar auch die Rollläden montiert oder die Sanitärinstallation vorgenommen. Auch hier unterscheidet sich das Angebot von Hersteller zu Hersteller. Wenn die Arbeit seitens der Firma beendet ist, haben die Bauherrn einen Rohbau vor sich, der so weit schon witterungsbeständig ist. Gas-, Elektro-, Wasser- und Abwasserleitungen sind in der Regel noch nicht verlegt, sodass der Ausbau seitens der Bauherren relativ zügig voranschreiten sollte, um Feuchtigkeit in den Wänden zu vermeiden.

Wie lange dauert es, bis man ins Fertighaus einziehen kann?

Auch, wenn der Zeitfaktor beim Bau eines Fertighauses aufgrund des Baukasten-Prinzips ein Pluspunkt ist – von der Planung des Eigenheims bis zum Einzug sollten mehrere Monate eingeplant werden. Etwa zwei bis sechs Monate sind von den künftigen Eigentümern allein dafür zu kalkulieren, ein fertiges Modell des Hauses auf Papier zu haben. Dafür sind mehrere Termine mit dem Anbieter sowie Entschlusskraft notwendig. Sobald die Teile erst einmal im Werk gefertigt worden sind, gibt es für den Bauherrn kein Zurück mehr. Ferner ist die Genehmigungsphase in den Zeitplan einzurechnen: Bis zu drei Monaten kann es dauern, bis man alle Unterlagen und Anträge zusammen hat und die Behörde letztlich die Genehmigung für die Bebauung auf dem Grundstück herausgibt. Handelt es sich um ein Grundstück, das in einem Neubaugebiet mit festem Bebauungsplan liegt, kann die Genehmigung im besten Fall auch schon nach vier Wochen ausgestellt werden. Die kürzeste Phase im „Projekt Fertighaus“ ist die Rohbauphase. Sobald der Hersteller die fabrikfertigen Einzelelemente zum Grundstück geliefert hat, werden diesen innerhalb von ein bis drei Tagen zusammengebaut. Der Vorteil: Auch in den Wintermonaten ist es möglich, ein Fertighaus zu errichten. Die Elemente werden erst am Tag des Aufbaus geliefert und so zuvor noch trocken in der Produktionshalle gelagert. Der Innausbau dauert dann wieder etwas länger: Etwa drei Monate müssen Bauherrn dafür einplanen. Neben der Installation der Sanitäranlangen und der Elektroanschlüsse sind allen voran das Verputzen der Wände und das Gießen von Estrich zeitaufwendig. Haben sich die Hausbesitzer dann für die Ausbauvariante und nicht für ein schlüsselfertiges Haus entschieden, sollte für die Eigenarbeit grundsätzlich mehr Zeit eingeplant werden. Auch, wenn man als Bauherr mehrere Firmen zur Fertigstellung des Hauses beauftragt hat, sind Verzögerungen keine Seltenheit. Bauunternehmen arbeiten zumeist auf mehreren Baustellen und können nicht spontan reagieren. Entscheidet man sich für ein Fertighaus, sollte man von der Planung bis zum Einzug insgesamt einen Zeitraum von ungefähr einem Jahr rechnen.

Wie lange hält ein Fertighaus?

Sofern regelmäßige Wartungsarbeiten vorgenommen werden, sollte ein Fertighaus ein Leben lang halten. Dennoch hängt die Lebensdauer der Immobilie auch vom Anbieter ab, bei dem man das Haus gekauft hat. Eine mangelhafte Ausführung während der Bauphase kann später ebenso zu Problemen führen wie verarbeitete Bauteile, die einen niedrigen Qualitätsstandard haben. Die Lebensdauer wird anhand der Konstruktion des Hauses gemessen. Bauexperten schätzen die „Haltbarkeit“ einer tragenden Holzkonstruktion auf etwa 45 bis 100 Jahre. Im Vergleich dazu hat ein Massivhaus eine Lebensdauer von bis zu 120 Jahren. Auch die Art der tragenden Wände spielt bei Fertighäusern aus Holz eine Rolle. Sind die Außenwände als tragende Elemente verbaut, beläuft sich die Lebensdauer auf 45 bis 100 Jahre. Handelt es sich bei der tragenden Konstruktion um die Innenwände des Hauses, hält ein Fertighaus etwa 70 bis 100 Jahre. Generell sollten Bauherren neben der Finanzierung des Bauprojektes auch die künftigen Kosten für die Werterhaltung mit einplanen, falls abzusehen ist, dass nach einigen Jahren große Renovierungsarbeiten anstehen. Um die Finanzierung ohne Probleme über einen längerfristigen Zeitraum laufen zu lassen, ist ein hoher Qualitätsstandard beim Material und der Verarbeitung nötig. Hält die Konstruktion eines Fertighauses über viele Jahrzehnte stand, hält auch das Dach in der Regel 50 bis 70 Jahre. Auch hier kommt es auf die Bauweise und die Witterungsbeständigkeit des Materials an.

Wie teuer ist ein Fertighaus?

Die Kosten für ein Fertighaus ergeben sich aus der Größe und der Individualisierung des Fertighauses, sowie der Eigenleistung, die der Bauherr erbringen kann. Im Durchschnitt beläuft sich der Preis für ein Fertighaus auf 150.000 bis 300.000 Euro. Beim Kauf eines Fertighauses sollten die künftigen Besitzer nicht nur die Kosten für das Material, den Ausbau und eine mögliche Finanzierung im Auge behalten. Wer sich ein Eigenheim zulegt, kann auch in der Zukunft mit weiteren Kosten rechnen, die für Renovierungs- und Wartungsarbeiten anfallen. Neben dem Design des Hauses sollten auch die Gesamtkosten für die Bauphase sowie die Instandhaltung im Finanzplan berücksichtigt werden. Die Kosten für das Fertighaus hängen zunächst einmal davon ab, für welche Ausbaustufe sich die Bauherren entscheiden. Schlüsselfertig, Ausbauhaus oder Bausatzhaus? Grundsätzlich gilt: Wer ausreichend Eigenleistung einbringen kann, spart Kosten für die Endmontage der Außen- und/oder Innenkonstruktionen. Je weniger vom Hersteller angefordert wird, desto günstiger wird das Bauvorhaben. Wer als Bauherr selbst Hand anlegt und sich für ein Ausbauhaus oder die Bausatz-Variante entscheidet, spart zwar an Kosten, sollte dafür jedoch etwas mehr Zeit einplanen. Wie teuer das Haus am Ende wird, hängt von den eigenen Vorstellungen und den Angeboten der Fertighaus-Hersteller ab. Mit dem Grundstücks- und reinen Hauspreis ist es in der Regel nicht getan. Ein Wintergarten, eine Unterkellerung oder die Anzahl der Geschosse sind Kostenfaktoren, die sich wesentlich im Endpreis bemerkbar machen. Die Fertighaus-Anbieter geben generell einen Grundpreis für die verschiedenen Modelle an. So kann man sich als Kunde eine Vorstellung von den Kosten für das Fertighaus machen.

Je individueller man sich sein Haus gestaltet und je mehr Extras das Design beinhaltet, desto mehr weicht der Preis von der vorgegebenen Summe ab. Der Preis für ein Fertighaus zwischen 80 und 100 Quadratmeter liegt etwa bei 150.000 bis 200.000 Euro. Ab 100 Quadratmeter müssen über 200.000 Euro für ein Fertighaus eingeplant werden. Der Preis für ein Fertighaus steigt bei jedem Quadratmeter zusätzlicher Wohnfläche. Dennoch: Es gibt Häuser, die kosten aufgrund ihrer Ausstattung und ihres Designs bei einer kleinen Grundfläche im Vergleich zu größeren Domizilen mehr.

Welche zusätzlichen Kosten können beim Fertighaus entstehen?

Der Grundpreis für Haus und Grundstück reicht als Richtwert für die Endkosten demnach nicht aus. Als Bauherr sollte man sich zuvor genau über das Angebot informieren und sich die Kosten für das selbst konzipierte Domizil detailliert auflisten lassen. Neben dem Mehraufwand für Keller, Balkon, Carport oder Wintergarten gehen Hersteller in Bezug auf weitere Kosten unterschiedlich vor. So integrieren einige die Dämmschicht in ihr Grundangebot, andere berechnen diese Leistung extra. Ferner sollten die künftigen Besitzer des Hauses darauf achten, ob das Unternehmen Planungs- und Transportkosten übernimmt. Daneben müssen die Bauherren für die Anlieger- und Erschließungskosten aufkommen. Doch welche Baunebenkosten kommen noch auf einen zu?

In der nachfolgenden Tabelle geben wir einen Überblick über die Baunebenkosten, die bei einem Hausbau anfallen können. Die Baunebenkosten können bei einem Hausbau 15 bis 20 Prozent der gesamten Baukosten ausmachen. Bei Baukosten von 200.000 Euro können dafür mal eben 30.000 bis 40.000 Euro anfallen. Bei den ersten vier Punkten (Makler, Notar, Grundgewerbesteuer, Sicherheitsbestellung) sind wir von 200.000 Euro Baukosten ausgegangen.

Übersicht Baunebenkosten: Welche Kosten fallen an?

Was?Preisspanne
Makler (3 bis 7%)6.000 – 14.000 €
Notar (1,5 bis 2%)3.000 – 4.000 €
Grundgewerbsteuer (3,5 bis 6,5%)7.000 – 13.000 €
Sicherheitsbestellung (0,5%)600 – 2.000 €
Hausanschlusskosten Kanalisation4.000 – 5.000 €
Erschließungskosten Wasser2.000 – 5.000 €
Erschließungskosten Strom2.000 – 3.000 €
Erschließungskosten Gas1.000 – 2.500 €
Erschließungskosten Telefon300 – 600 €
Bodengutachten400 – 1.000 €
Grundstücksvermessung1.500 – 3.000 €
Baugenehmigung500 – 1.000 €
Baustelleneinrichtung400 – 600 €
Außenanlagen 3.000 – 5.000 €
Feuer- und Wohngebäudeversicherung750 – 1.000 €

 

Häufig hat man nur die Kosten für das eigentliche Bauvorhaben im Kopf. Dennoch muss man mit weiteren finanziellen Ausgaben rechnen, die vorher einkalkuliert werden sollten. Da wäre einerseits der Besuch beim Notar: Wer ein Immobiliengeschäft in Deutschland abschließt, muss sich ins Grundbuch eintragen lassen. Neben der Beglaubigung des Notars, für den etwa 1,5 Prozent des Grundstückpreises als Gebühr anfallen, ist man zusätzlich verpflichtet, eine Grundschuld eintragen zu lassen. Darüber hinaus können Gebühren für weitere Eintragungen wie Wohn- und Wegerechte anfallen. Des Weiteren müssen neue Hauseigentümer die Grunderwerbssteuer zu zahlen. Diese beläuft sich auf einen Wert zwischen 3,5 und 6,5 Prozent des Kaufpreises, wobei dieser Anteil von Bundesland zu Bundesland anders ausfällt. Ein weiterer Kostenpunkt, der nicht unerheblich ist, sind die Anschlusskosten des Hauses an Wasserversorgung, Abwassersysteme und Kommunikationsnetze. Das Verlegen der Leitungen und Rohre beläuft sich je nach Entfernung zum nächsten Anschluss auf einen Gesamtwert von 9.000 bis 21.000 Euro. Weitere Kostenpunkte sind die Vermessung des Grundstückes sowie ein Bodengutachten. Dieses ist Pflicht und liegt bei einem Mehraufwand zwischen 1.900 und 4.000 Euro. Die Vermessungskosten liegen bei etwa 1.200 bis 1.500 Euro. Bevor das Bauvorhaben überhaupt losgeht, ist letztlich auch die Baugenehmigung zu zahlen, die einen Betrag von 1.000 Euro aber nicht überschreiten sollte. Bei vielen Fertighausanbietern sind die Kosten für Garten, Vorgarten, Garage inklusive Garagentor nicht mit eingerechnet. Die Kosten für den Einbau von einem elektrisch betriebenen Sektionaltor fangen schon bei 1.000 Euro an.

Wo kann man ein Fertighaus kaufen?

Der leichteste Weg, um das „Projekt Fertighaus“ zu starten, ist es, sich im Internet eine Übersicht über die verschiedenen Anbieter zu verschaffen. Hier werben die Hersteller mit Bildern, einer direkten Auflistung der Quadratmeter, einer Übersicht der Ausstattungsmerkmale und einem Preis für das Fertighaus. Generell ist es ratsam, Bewertungen über die Hersteller hinzuzuziehen. So kann man frühzeitig die schwarzen Schafe der Branche auszusortieren. An dieser Stelle sind Plattformen praktisch, bei denen eine Auswahl an zertifizierten Herstellern aufgelistet und mit einem Profil versehen sind. Es spricht nichts dagegen, sich online einen ersten Überblick über die Angebote zu verschaffen. Wer mit dem Anbieter direkt in Kontakt treten und sich persönlich von der Qualität der Häuser überzeugen möchte, kann sich die Domizile auch in einem Musterhauspark anschauen. Hier ist eine persönliche Beratung möglich. So kann man sich einen ersten Eindruck vom potenziellen Fertighaus Hersteller verschaffen.

   

Welche Vorteile hat ein Fertighaus im Vergleich zum Massivhaus?

Das Baugrundstück ist gekauft und die Entscheidung zwischen Fertig-oder Massivhaus steht noch aus. Welche Vorteile bietet das Fertighaus gegenüber der Stein-auf-Stein-Variante? Fest steht, beide Bauvarianten pflegen eine lange Tradition. Selbst das Baukastenprinzip existiert schon seit rund 80 Jahren. Ein großer Vorteil der Fertighäuser ist das schnelle Bauvorhaben und eine gute Planbarkeit. Hier spielen die Witterungsbedingungen keine wichtige Rolle. Da die Einzelteile des Baukastens in der witterungsunabhängigen Produktionshalle entstehen und erst am Tag des Aufbaus geliefert werden, kann ein Fertighaus auch in den Wintermonaten zusammengebaut werden.Eine Massivhaus-Baustelle erweist sich hier als komplizierter, da vor allem die Arbeiten mit Beton einen Faktor ausmachen. Probleme mit der Feuchtigkeit können entstehen und das Bauvorhaben verzögert sich. Andererseits ist der Zeitfaktor ein Vorteil – ein Fertighaus wird innerhalb weniger Tage zusammengesetzt und ist in der schlüsselfertigen Variante je nach Anbieter schon nahezu bezugsfertig. Zudem ist es möglich, den Hauskauf und den Bau bei einem Hersteller zu vereinen, sofern man keine Eigenleistung erbringen kann. Die Terminabsprache mit verschiedenen Handwerkern für das Verlegen der Böden, der Elektroinstallation oder des Sanitärsystems ist in diesem Fall nicht nötig und spart weitere Zeit. Weitere Vorteile des Fertighauses sind die Energieeffizienz und die Dämmfähigkeit. Die Hersteller der Bausatz-Häuser haben sich mit dem Umwelt- und Energiefaktor über die Jahre einen Wettbewerbsvorteil gegenüber Massivhäusern verschafft und stetig die Qualität des Dämmmaterials verbessert, das in vielen Fertighäusern schon zum Standard gehört. Darüber hinaus gibt es beim Bau eines Fertighauses weniger Risiken als bei einem Massivhaus. Neben dem Vorteil der Witterungsunabhängigkeit sollte beim Zusammenbau der Bauelemente keine Schwierigkeiten auftreten. Und auch, wenn man als Bauherr auf die Ausbau- oder Bausatzvariante zurückgreift, ist es mithilfe von detaillierten Konstruktionsplänen der Hersteller verhältnismäßig leicht, sein Domizil fertigzustellen. Improvisiert werden muss in den meisten Fällen nicht. Preislich liegen Fertighäuser in der Regel unter der Massivhaus-Variante. Dies ist in vielen Fällen aber überholt, da die Verwendung von hochwertigem Holz und die Möglichkeit zur Individualisierung die Kosten in die Höhe treiben können. Dennoch können Fertighaus-Käufer ihr Budget im Voraus gut planen und auf etwaige Extras verzichten, die den finanziellen Rahmen überschreiten.

Welche Nachteile hat ein Fertighaus im Vergleich zum Massivhaus?

Obgleich die Fertighaus-Anbieter inzwischen viel Raum zur freien Gestaltung lassen und die Modelle längst nicht mehr aussehen wie „von der Stange“, kann das Fertighaus in Sachen Individualität noch nicht ganz mit einem Massivhaus mithalten. Mithilfe eines Architekten können sich künftige Besitzer eines Massivhauses so gut wie jeden Wunsch erfüllen und müssen sich nicht an die Rahmen von Herstellern halten. Änderungen im Bauvorhaben sind beim Massivhaus möglich. Bei der Bauweise des Fertighauses ist das nur schwer zu realisieren. Ferner punkten Massivhäuser mit ihrer Wertbeständigkeit. Im Gegensatz zum Fertighaus werden Massivhäuser mehr als hundert Jahre alt. Auch in Sachen Schallschutz bietet die massive Bauweise aus Stein und Beton einen Vorteil: Gute Trittschalleigenschaften sind ebenso gegeben wie der Lärmschutz nach außen. Demnach ist die Bauweise ideal, wenn später einmal Kinder in dem Haus leben sollen. Das Material eines Massivhauses impliziert ferner einen hohen Brandschutz und ist vor allem in Regionen ideal, die ein hohes Regenaufkommen aufweisen und von Hochwasser bedroht sind. Holz, das einen Großteil der Fertighäuser ausmacht, weist in beiden Fällen einen Nachteil auf. Letztlich lassen sich die Kosten für ein Fertighaus am Anfang nur schwer einschätzen. Zumeist als die günstigere Variante deklariert, kommt es beim Baukasten-Domizil schnell zu Überraschungen, sofern der Wunsch nach Individualität besteht. Bauherren, die sich für ein Massivhaus entscheiden, kalkulieren von Anfang an höhere und vor allem nicht planbare Kosten ein. Letztlich sind die Vor- und Nachteile von einem Fertighaus und einem Massivhaus relativ ausgeglichen, womit sich die künftigen Besitzer vor allem nach ihrem Gefühl und ihren Fähigkeiten zur Eigenleistung entscheiden sollten.

https://www.youtube.com/watch?v=SfCkd9Q7FD0

Fertighaus oder Massivhaus?

In diesem Video erfahren Sie alles über Fertighäuser. Welche Vorteile bringt ein Fertighaus mit sich? Wie wird ein Fertighaus gebaut?

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