Mit KnowHow öffnen und schließen – Anforderungen und Funktionsweisen der Türenplanung

Zunehmende Anforderungen und fortschreibende DIN-Normen bedingen umfangreiche Kriterien und Planungsrichtlinien hinsichtlich einer fachgerechten und zertifizierten Funktionstür. Gerade bei Brand- und Rauchschutztüren können kleinste Fehler große Auswirkungen haben. Mit 90 Jahren Erfahrung steht Teckentrup für höchste Qualität, innovative Technologie und Kompetenz im Bereich Brandschutz. Neben sicheren und zuverlässigen Produkten bietet das Unternehmen Planungs- und Servicekompetenz in jeder Leistungsphase. Wir haben die Teckentrup-Produkttrainer gefragt, was es bei einer optimalen Türplanung zu beachten gibt und welche Fehler sich in diesem Zusammenhang einfach vermeiden lassen.

Das technische Anforderungsprofil an Türen kann sehr komplex ausfallen. Gibt es grundlegende Eigenschaften, die alle Teckentrup-Türen charakterisieren?

Eine Pauschalisierung ist hier schwierig. Es existieren viele Einzelanforderungen an Türen, die von der jeweiligen Einbausituation, geltenden Normen und Gesetzen abhängen. Grundsätzlich werden diese Normen und Gesetze, Regeln und Richtlinien für Türen auf Bundes-, Landes- und Fachebene formuliert. Damit sind Gesetzgeber, Versicherungen und Normungsgremien sowie Interessenvertreter aus unterschiedlichen Bereichen integriert. Darüber hinaus hat die Praxis, durch die Anwendung der allgemein anerkannten Regeln der Technik, einen maßgebenden Einfluss.

Eine einfache Antwort hinsichtlich der Anforderungen an Türen ist aufgrund dieser vielfältigen Vorgaben an die Profile – von der Standardtür bis zur multifunktionalen Brand- und Rauchschutztür – demnach selten möglich.
Was Türen von Teckentrup jedoch gemeinsam haben, sind folgende Punkte:

  • Verwendung von Sichtmauerwerk-Befestigungen
  • Keine Bandprägung
  • Nut im Türblatt bei '42er und '62er immer vorhanden
  • Bodendichtungen immer nachrüstbar
  • Grundiert in RAL 9002, Endbeschichtung mit RAL nach Wahl optional
  • Türblätter sind vollflächig mit ihrem Innenleben verklebt

Türen funktional und normgerecht zu planen ist eine ständige Herausforderung und hat sich zu einer umfassenden Fachplanung entwickelt. Können Sie Tipps geben, was es grundlegend bei der Türenplanung zu beachten gibt?

Hier kommt es, wie gesagt, immer auf die jeweiligen Anforderungen an. Für Brand- und Rauchschutztüren ist zunächst der Einbauort zu bestimmen, da für Türen in Innen- und Außenwänden jeweils unterschiedliche Normen gelten. Handelt es sich um eine Brand- oder Rauchschutztür in Deutschland, ist die Einhaltung der DIN 18100 zwingend notwendig. Diese DIN gibt vor, dass das Öffnungsmaß der Wand maximal 20 Millimeter breiter und 15 Millimeter höher sein darf, als das Bestellmaß der Tür. Des Weiteren gilt es, vorab die Beschaffenheit der vorhandenen Wand und ihre Wandstärke zu prüfen. Die entsprechend zugehörigen Angaben finden sich in unseren Einbau-, Planungs- und Wartungsanleitungen.

Besonders komplex ist die Planung multifunktionaler Türen. Einzelne, kleinteilige Fragestellungen erfordern immer umfangreiche Recherchen und Lektüren. Die Anzahl an Möglichkeiten und Anforderungen an Türen ist derart gestiegen, dass für die Planung zunehmend erfahrene Fachleute gefragt sind. Schon bei einer einzelnen Tür erweist sich ein entsprechendes Konzept als sinnvolle Voraussetzung, um Fehler, Zeit und damit auch Kosten zu vermeiden. Hier bietet Teckentrup als Hersteller, ebenso wie Fachkammern und andere unabhängige Institute, entsprechende Seminare an, bei denen auch Zertifikate bspw. zur Prüfung und Wartung von Feststellanlagen, erworben werden können. Als Hersteller steht Teckentrup darüber hinaus auch gerne mit Experten und Fachwissen unterstützend zur Seite – ein frühzeitiger Einbezug kann dabei also die besten Ergebnisse erzielen.

Neben dieser Vielzahl an Anforderungen existieren viele Konfigurationsmöglichkeiten, wie auch das Baukastensystem von Teckentrup zeigt. Was macht die Türenplanung – insbesondere im Bereich des Brandschutzes – so herausfordernd?

Auch hier gilt: Brandschutztür ist nicht gleich Brandschutztür. Die DIN 4102 unterscheidet mehrere Feuerwiderstandsklassen (u.a. T30, T60, T90) mit unterschiedlichen Zeitangaben, die festlegen, wie lange (bspw. 90 = 90 Minuten) das Bauelement Tür/Tor/Klappe (T) den Durchtritt des Feuers zuverlässig verhindern muss.
Das Baukastensystem von Teckentrup führt den Anwender dabei checklistenartig durch die wichtigsten Anforderungen und Funktionen der geplanten Tür. Aus über 400.000 Kombinationsmöglichkeiten wird so in wenigen Schritten die gewünschte Tür zusammengestellt.
Auf diese Weise ist der Einbau einer Tür an jeder zulässigen Wand stets möglich. Um die Türplanung darüber hinaus zu vereinfachen, hat Teckentrup den Produkt-Konfigurator TEO entwickelt. Basierend auf der sogenannten Plausibilitätsprüfung können hier – mit einem Maximum an Planungssicherheit – Türen schnell und unkompliziert konfiguriert werden.

Mit welchen Problemen sehen Sie sich häufig bei einer fehlenden (frühzeitigen) Planung konfrontiert?

Kann vorab nicht detailliert in Erfahrung gebracht werden, welche Wünsche von Seiten des Architekten oder Bauherrn an die Türen bestehen, kann es zu Planungsfehlern oder kostspieligen Änderungen während der Bauphase kommen. Auch der Aspekt, dass erst im Nachhinein festgestellt wird, dass die vorhandene Wand nicht zulässig und so ein Einbau nicht möglich ist, ist ein häufiges Problem.
Je frühzeitiger also die Anforderungen an die Türen definiert werden, desto besser. Ein Fachplaner hat dabei die anspruchsvolle Aufgabe, die bauliche Situation mitsamt ihrer technischen Anforderung an das Türelement, die aktuellen Normen sowie die optischen Ansprüche der Architekten/Bauherren in Einklang zu bringen. Hier geht es um die Verbindung aller notwendigen Informationen mit den Ausführungen der Aus- und Systembeschreibung, welche das Türelement technisch, konstruktiv und funktional erklären. Je früher auch hier die Anforderungen an den Brandschutz integriert werden, desto einfacher lassen sich aufwendiges Nachrüsten und zusätzliche Kosten vermeiden. Oftmals wird jedoch gerade der Brandschutz in dieser Phase außer Acht gelassen.
Ein weiterer häufig unterschätzter Punkt ist die Berücksichtigung der Lieferzeit, sodass eine rechtzeitige Montage der Türen auf der Baustelle möglich ist.

Gibt es darüber hinaus vermehrt auftretende Planungs- und Montagefehler, die vermieden werden können?

Eine Tür ist nur so gut wie ihre Montage. Die fachgerechte Montage von Funktionstüren erfordert dabei genauso viel Fachwissen, Präzision und das richtige Montagematerial, wie es bei der vorgeschalteten Planung der Fall ist. Hier sind gerade die Maße entscheidend. Wandöffnungen müssen korrekt bemessen, Türblatt- und Zargengrößen passend ausgewählt und Toleranzen eingehalten werden. Daneben muss der Anschluss an den Baukörper, wozu ebenso die Befestigungsart und die Abdichtungen gehören, fachgerecht geplant und ausgeführt werden. Fehler in diesem Rahmen können weitreichende Folgen haben – vor allem, wenn es zu einem Ernstfall kommen sollte.

Was ist demnach Ihr bester Tipp für eine fachgerechte Türplanung und den richtigen Einbau?

Architekten und Fachplaner sollten Hersteller wie Teckentrup so früh wie möglich in die Planung einbeziehen – gerade bei größeren Bauvorhaben. Auf diese Weise können wir mit unserer langjährigen Expertise bestmöglich unterstützen: angefangen bei der Entwicklung technischer Lösungen und der Erstellung von Zeichnungen für Freigaben, über die Besichtigung vor Ort inklusive eines notwendigen Aufmaßes bis hin zu Service-Leistungen während der Montage. Wir liefern eine bedarfsgerechte Beratung, die auch schnelle Angebotserstellung und Konzepte zur kurzfristigen und individuellen Problemlösung beinhaltet.


Vielen Dank für das Gespräch, den Einblick und die praktischen Tipps für eine optimale Türplanung!

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